PPWR: Pflichten, Fristen und Datenanforderungen erklärt

10. Februar 2026
Wissen
Die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) ist eine zentrale EU-Verordnung, die Verpackungen und Verpackungsabfälle europaweit neu reguliert. Ziel ist es, Verpackungen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg nachhaltiger zu gestalten, Abfälle zu vermeiden und die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Für Unternehmen bedeutet die PPWR nicht nur neue rechtliche Anforderungen, sondern vor allem einen deutlich höheren Bedarf an belastbaren Verpackungs- und Materialdaten.
Dieser Artikel erläutert, was die PPWR ist, ab wann sie gilt und welche Informationen Unternehmen zur Pflichterfüllung bereitstellen müssen und zwar mit besonderem Blick auf die Einordnung in den EU-Regelkontext rund um ESPR und Digitalen Produktpass.
Was ist die PPWR?
Die PPWR ist eine EU-weit unmittelbar geltende Verordnung, die die bisherige Verpackungsrichtlinie ersetzt. Im Unterschied zu einer Richtlinie muss sie nicht in nationales Recht überführt werden, sondern gilt einheitlich in allen Mitgliedstaaten.
Inhaltlich verfolgt die PPWR mehrere Kernziele:
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Reduktion von Verpackungsabfällen
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Verbesserung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen
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Förderung von Rezyklaten und Wiederverwendung
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Harmonisierung von Anforderungen innerhalb der EU
Damit verschiebt sich der Fokus deutlich: weg von rein mengenbezogenen Meldepflichten hin zu qualitativen Anforderungen an Verpackungsdesign, Materialzusammensetzung und Nachweisfähigkeit.
Ab wann gilt die PPWR?
Die PPWR trat formal am 12. Februar 2025 in Kraft, ihre Anwendung erfolgt ab 12. August 2026, jedoch werden verschiedene Inhalte erst gestaffelt verpflichtend. Viele Pflichten sind abhängig vom Anforderungstyp, Verpackungsart und Rolle des Unternehmens.
Für Unternehmen ist dabei entscheidend:
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Inkrafttreten und Anwendungspflicht sind nicht identisch
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Übergangsfristen variieren je nach Pflicht
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Daten müssen häufig vor dem eigentlichen Stichtag verfügbar sein
Deshalb ist eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den Anforderungen sinnvoll, insbesondere dort, wo neue Nachweise oder Lieferantendaten erforderlich werden.
Wen betrifft die PPWR?
Die PPWR betrifft alle Unternehmen, die Verpackungen herstellen, einsetzen oder erstmals in der EU in Verkehr bringen. Dazu zählen insbesondere:
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Hersteller von Verpackungen
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Inverkehrbringer verpackter Produkte
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Importeure
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Unternehmen mit Eigenmarken
Nicht entscheidend ist, ob Verpackungen Haupt- oder Nebenbestandteil des Geschäftsmodells sind. Auch industrielle Verpackungen und Transportverpackungen fallen unter den Geltungsbereich.
Für viele Unternehmen bedeutet dies, dass sie Pflichten tragen, obwohl Verpackungen bislang nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben.
Welche Pflichten bringt die PPWR mit sich?
Die PPWR definiert eine Reihe inhaltlicher Anforderungen, die schrittweise verbindlich werden. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht einzelne Verbote, sondern nachweisbare Eigenschaften von Verpackungen.
Recyclingfähigkeit
Verpackungen müssen bestimmte Kriterien erfüllen, um als recyclingfähig zu gelten. Das betrifft unter anderem:
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Materialkombinationen
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Trennbarkeit von Komponenten
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Kompatibilität mit bestehenden Recyclingsystemen
Rezyklatanteile
Für bestimmte Verpackungsarten werden Mindestanteile an recyceltem Material relevant. Unternehmen müssen nachvollziehbar belegen können, aus welchen Quellen Materialien stammen.
Wiederverwendung
Für ausgewählte Verpackungssegmente werden Reuse-Quoten und wiederverwendbare Verpackungslösungen relevant. Dies erfordert eine klare Abgrenzung zwischen Einweg- und Mehrwegsystemen.
Kennzeichnung und Information
Verpackungen müssen mit standardisierten Informationen versehen werden, etwa zur Materialzusammensetzung oder Entsorgung. Dadurch gewinnen digitale Informationsformate an Bedeutung.
Welche Daten müssen Unternehmen für die PPWR liefern?
Ein zentraler Unterschied zu bisherigen Regelungen ist der Datenfokus der PPWR. Unternehmen müssen nicht nur konform handeln, sondern dies auch belegen können.
Typische Datenanforderungen betreffen:
Verpackungszusammensetzung
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verwendete Materialien
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Materialanteile
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Angaben zu Mehrschicht- oder Verbundstrukturen
Materialherkunft und Rezyklate
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Anteil von Primär- und Sekundärmaterial
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Herkunftsnachweise für Rezyklate
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Konsistenz über Produktvarianten hinweg
Recyclingfähigkeit
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Einordnung nach definierten Kriterien
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zugrunde liegende Annahmen
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Bezug zu anerkannten Bewertungsmethoden
Lieferanteninformationen
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Daten von Verpackungsherstellern
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Konsistenz entlang der Lieferkette
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Aktualisierbarkeit bei Änderungen
Viele dieser Informationen liegen heute fragmentiert, nicht standardisiert oder gar nicht vor. Die PPWR zwingt Unternehmen daher, Verpackungsdaten systematisch zu erfassen und zu pflegen.
Zusammenhang zwischen PPWR, ESPR und Digitalem Produktpass
Die PPWR ist kein isoliertes Regelwerk. Sie steht im direkten Zusammenhang mit weiteren EU-Initiativen, insbesondere der Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR) und dem Digitalen Produktpass (DPP).
Gemeinsam ist diesen Regelwerken:
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der Fokus auf Lebenszyklusdaten
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die Bedeutung digital verfügbarer Produktinformationen
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steigende Anforderungen an Datenqualität und -konsistenz
Verpackungsdaten aus der PPWR können künftig Teil übergreifender Produktinformationen werden, etwa im Rahmen eines Digitalen Produktpasses. Dadurch entstehen Synergien, aber auch neue Anforderungen an Datenmodelle und Systeme.
PPWR und PCF zusammengedacht
Auch zum Product Carbon Footprint (PCF) bestehen inhaltliche Überschneidungen. Verpackungen sind häufig Bestandteil der Produktbilanz, werden jedoch organisatorisch getrennt betrachtet.
In der Praxis zeigt sich:
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ähnliche Daten werden mehrfach erhoben
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unterschiedliche Abteilungen arbeiten mit gleichen Informationen
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fehlende Integration erhöht den Aufwand
Ein integrierter Blick auf PPWR- und PCF-Daten kann helfen, Redundanzen zu vermeiden und regulatorische Anforderungen effizienter zu erfüllen.
Was Unternehmen jetzt vorbereiten sollten
Unabhängig von konkreten Stichtagen lassen sich bereits heute zentrale Vorbereitungen treffen:
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Überblick über eingesetzte Verpackungen und Materialien
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Identifikation relevanter Datenquellen
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Einbindung von Lieferanten
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Definition von Verantwortlichkeiten
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Aufbau strukturierter, digital nutzbarer Datenmodelle
Die PPWR macht deutlich, dass regulatorische Compliance zunehmend eine Datenfrage ist. Unternehmen, die Verpackungsinformationen frühzeitig systematisch erfassen und mit anderen Nachhaltigkeitsanforderungen zusammendenken, schaffen die Grundlage für eine skalierbare und zukunftsfähige Umsetzung.


